Teilungsversteigerung zur Erbausein-andersetzung

Zwei oder mehr Erben haben den Nachlass gemeinsam geerbt. Es besteht also an dem Nachlass eine Erbengemeinschaft. In dem Nachlass befindet sich auch ein Grundstück oder Haus. Die Erben können sich über die Aufteilung des Nachlasses nicht einig werden. Deshalb betreibt nun einer von Ihnen die Teilungsversteigerung zur Erbauseinandersetzung. Dann besteht oftmals die irrtümliche Vorstellung, durch die Teilungsversteigerung zur Erbauseinandersetzung werde dann auch die Erbauseinandersetzung bewirkt. Das ist jedoch nicht der Fall. Richtig ist folgendes:

Die Teilungsversteigerung zur Erbauseinandersetzung setzt nichts auseinander

Tatsächlich setzt die Teilungsversteigerung zur Erbauseinandersetzung nämlich die Erbengemeinschaft nicht auseinander, sondern sie bereitet die Auseinandersetzung nur vor. Die Teilungsversteigerung zur Erbauseinandersetzung teilt nämlich in Wirklichkeit nichts, wie der Name vielleicht suggerieren möchte. Vielmehr setzt die Teilungsversteigerung nur ein unteilbares Gut (Grundstück, Haus) in eine teilbares Gut um – eine entsprechende Menge an Geld. Geld kann man teilen, Haus kann man nicht teilen. Dass man das Geld teilen kann, bedeutet aber noch nicht, dass es jetzt auch geteilt würde. Das Teilungsversteigerungsverfahren ist nämlich beendet, sobald der Erlös in Form von Geld vorhanden ist.

Das Versteigerungsgericht wird bei der Teilungsversteigerung zur Erbauseinandersetzung also nicht den einzelnen Erben den Erlös nach Erbquote zuteilen. Sondern die Erbengemeinschaft besteht noch weiterhin fort. Der gesamte Erlös fließt also in Form von Geld an die Erbengemeinschaft – nicht an die einzelnen Miterben. Damit besteht die Erbengemeinschaft also zunächst noch fort. Die Erbengemeinschaft ist ja bekanntlich eine juristische Person – und zwar eine Person, nicht etwa mehrere. Es gab also auch nur einen Alteigentümer – nämlich die Erbengemeinschaft.

Weitergehende Informationen zur Teilungsversteigerung zur Erbauseinandersetzung finden Sie unter www.teilungsversteigerung.net.

Die Erbauseinandersetzung erfolgt außerhalb des Verfahrens der Teilungsversteigerung zur Erbauseinandersetzung

Die Erbengemeinschaft besteht also noch fort. Sie ist auch nicht etwa vermögenslos. Das Vermögen der Erbengemeinschaft ist jetzt allerdings in Form von Geld vorhanden, nicht mehr in Form von Haus und Grund. Damit sind also Haus und Grundstück versilbert. Das sollte es für die Miterben einfacher machen, sich auf eine Teilung des Nachlasses zu einigen. Falls sie sich jetzt immer noch nicht einig werden können, dann kann man das Nachlassgericht um einen Vorschlag zur Nachlassteilung bitten. Der Vorschlag des Nachlassgerichts ist allerdings nicht verbindlich. Falls einer oder mehrere der Miterben sich mit diesem Vorschlag nicht anfreunden können, dann bleibt der Weg der Erbteilungsklage am Familiengericht.

Aber das Versteigerungsgericht hat im Rahmen der Teilungsversteigerung zur Erbauseinandersetzung damit nichts mehr zu tun. Das Verfahren der Teilungsversteigerung zur Erbauseinandersetzung hat seine Pflicht und Schuldigkeit getan.

Viele Grüße

Ihr Klaus Dreyer

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