Darlehen der Alteigentümer bei der Teilungsversteigerung

Darlehen der Alteigentümer bei der Teilungsversteigerung 

Bei der Teilungsversteigerung kommt es natürlich recht häufig vor, dass einer der Alteigentümer selbst das Grundstück ersteigert. Das führt dann fast immer zu gedanklichen Problemen. Denn die Beteiligten bedenken nicht, dass dieser Alteigentümer rechtlich als eine andere Person anzusehen ist. Er tritt ja in Personalunion einmal als Alteigentümer und einmal als Ersteher auf. Der Ersteher ist aber rechtlich eine andere Person als der Alteigentümer. Das darf man nicht durcheinander bringen. Wenn man damit gedankliche Schwierigkeiten hat, dann sollte man sich einfach vorstellen, ein Fremder hätte es ersteigert. Dann wird schlagartig alles klar. Das gilt insbesondere auch für das Darlehen der Alteigentümer bei der Teilungsversteigerung.

Darlehen der Alteigentümer bei der Teilungsversteigerung – wie man es falsch machen kann 

Ein einfaches Beispiel: M und F waren Alteigentümer. M hat in der Teilungsversteigerung das Haus ersteigert. Dabei hat er eine Grundschuld von 100.000 € übernommen. Die Grundschuld valutierte noch mit 80.000 €. Also war die restliche Darlehensschuld noch 80.000 €. M hat mit einer anderen – neuen – Bank finanziert. Er hat die Grundschuld durch Zahlung von 100.000 € abgelöst. Die alte Bank hat die Zahlung in Höhe von 80.000 € als Sondertilgung auf das Darlehen verbucht. Und die alte Bank hat die überschießenden 20.000 € an die Alteigentümer M und F ausgekehrt. So weit, so gut. Damit ist das Darlehen der Alteigentümer bei der Teilungsversteigerung also getilgt.

Damit sind die Alteigentümer M und F jetzt also schuldenfrei. Der Ersteher M ist es natürlich nicht; denn er hat jetzt ja Schulden bei der neuen Bank. Nun kommt M auf die Idee, dass er ja die Schulden von F mit abgelöst habe. F sei ja gesamtschuldnerisch haftbar für das Darlehen der Alteigentümer bei der Teilungsversteigerung von 80.000 € gewesen. Also hätte er jetzt einen Anspruch gegen F auf Zahlung von 40.000 €.

Darlehen der Alteigentümer bei der Teilungsversteigerung – wie auch Anwälte es falsch machen

Der Anwalt von M schreibt also an den Anwalt von F und macht den Anspruch auf Zahlung von 40.000 € geltend. Der Anwalt von F erklärt seiner Mandantin F sogar, das wäre so richtig. Sie hätte also die 40.000 € zu zahlen.

Ja Leute, spinnt Ihr denn eigentlich allesamt? M und der Anwalt von M und der Anwalt von F sind offenbar der geistigen Verwirrung anheimgefallen. M hat doch die Grundschuld als Ersteher als Teil seines Gebots an Zahlungs statt übernommen. Dann hat M natürlich sein Gebot zu bezahlen. Also hat M natürlich – als Ersteher – die Grundschuld zu bezahlen. Das Gebot zahlt natürlich der Ersteher, und nicht einer der Alteigentümer. Bei einem Kauf zahlt ja auch der Käufer der Kaufpreis und nicht der Verkäufer. Die Alteigentümer haben doch im Gegenzug gegen die Zahlung des Gebots ihr Haus hergegeben. Dafür dürfen sie natürlich auch erwarten, dass aus der Zahlung auf das Gebot dann auch ihre Darlehensschulden beglichen werden. Das Darlehen der Alteigentümer bei der Teilungsversteigerung ist also aus dem Gebot zurückzuführen.

Weitergehende Informationen zur Teilungsversteigerung finden Sie unter http://teilungsversteigerung.net/

Viele Grüße

Ihr Klaus Dreyer

 

 

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