Die Teilungsversteigerung teilt nichts

Die Teilungsversteigerung teilt nichts

 Entgegen der weit verbreiteten Vorstellung führt die Teilungsversteigerung nicht zu einer Teilung. Das Wort „Teilungsversteigerung“ mag die Vorstellung nahelegen, dass das Verfahren der Teilungsversteigerung eine Teilung bewirkt. Dies ist jedoch nicht der Fall.  Das Gericht teilt jedoch nicht den anfallenden Erlös zwischen den Alteigentümern auf.  Also: Die Teilungsversteigerung teilt nichts.

 Die Teilungsversteigerung teilt nichts – der Erlös

 Die Teilungsversteigerung teilt nichts, sondern sie führt nur dazu, das man teilen kann. Denn die Teilungsversteigerung setzt nur ein unteilbares Gut (z.B. ein Haus) in ein teilbares Gut (Geld) um. Es wird also nur in Form des Erlöses eine entsprechende Menge an Geld erzeugt. Da dieses Geld vom Wert her dem Wert des Hauses entspricht, ist bis dahin noch kein Vermögensverlust eingetreten. Bei der Teilungsversteigerung wird ja definitionsgemäß immer der Verkehrswert erzielt. Der Verkehrswert ist ja nicht das, was ein Gutachter schätzt, sondern das, was jemand bereit ist, dafür zu zahlen.  Das Vermögen liegt jetzt nur in Form von Geld vor anstatt zuvor in Form des Hauses.

Die Teilungsversteigerung teilt nichts – Alteigentümer bestimmen

Das Gericht kann den dann vorliegenden Erlös nicht einfach zwischen den Alteigentümern aufteilen. Der Erlös steht nämlich den Alteigentümern gemeinschaftlich zu, also immer noch ungeteilt. Die Alteigentümer bilden nämlich eine fortbestehende Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft setzt sich an dem Erlös fort. Das jetzt in Form von Geld vorliegende Vermögen gehört also immer noch beiden Alteigentümern gemeinschaftlich. Also nicht etwa jedem die Hälfte. Und nur die Gemeinschaft der Alteigentümer kann im Innenverhältnis bestimmen, wie dieses Geld aufgeteilt werden soll. Das kann nicht das Gericht. Denn es ist ja keineswegs selbstverständlich, dass die Teilung unbedingt hälftig erfolgen muss. Das kann das Gericth ja nicht wissen.

Die Teilungsversteigerung teilt nichts – Einigung erforderlich

Das Gericht wird zwar versuchen, eine Einigung herbeizuführen. Jedoch kann das Gericht die Einigung nicht erzwingen. Das Gericht wird die Alteigentümer fragen, wie sie die Verteilung wünschten. Wenn dann z.B. beide sagen, sie hätten gern jeder die Hälfte, dann macht das Gericht es so. Denn damit hätten die Alteigentümer ja die Entscheidung im Innenverhältnis der Gemeinschaft getroffen. Jede andere Aufteilung ist natürlich ebenfalls möglich. Das Gericht braucht nur eine übereinstimmende Weisung.

Die Teilungsversteigerung teilt nichts – anschließender Prozess

Wenn die Alteigentümer sich nicht über die Aufteilung des Erlöses einigen können, dann wird das Gericht den Erlös hinterlegen. Dann bekommt erst mal keiner etwas. (Wir können aber dafür sorgen, dass Sie Ihre Hälfte sofort bekommen – auch ohne Zustimmung des anderen Alteigentümers – oder dass Sie ihre Hälfte gar nicht erst einzuzahlen brauchen).  Die Hinterlegung erfolgt zugunsten der Gemeinschaft der Alteigentümer. Damit ist für das Versteigerungsgericht die Aufteilung erledigt. Denn es hat ja den Erlös demjenigen zugeteilt, dem es gebührt – nämlich der Gemeinschaft. Denn die Gemeinschaft wird ja von den Juristen als eine Person angesehen.

Wenn die Alteigentümer sich partout nicht über die interne Aufteilung einigen können, dann müssen sie anschlie0end einen Prozess führen – bei einem anderen Gericht. Dann wird die Aufteilung durch einen Richter per Urteil entschieden. Es ist also gar nicht so selten, dass mit der Teilungsversteigerung die Streitigkeiten nicht erledigt sind. Vielmehr folgt manchmal/oftmals noch ein Rattenschwanz an Prozessen.

Die Teilungsversteigerung teilt nichts – Erbengemeinschaft

Wenn z.B. bei einer Erbengemeinschaft sich mehrere Grundstücke im Nachlass befinden, dann kann man natürlich auch (zunächst) nur eines davon in die Teilungsversteigerung bringen. Zwar ist das möglich, aber womöglich nicht sinnvoll. Denn die Auflösung der Erbengemeinschaft kann ja nur dadurch erfolgen, dass alles verteilt wird. Wenn man sich dann über die Aufteilung der übrigen Grundstücke auch nicht einig ist, dann muss natürlich alles teilbar sein, bevor man z.B. eine Erbteilungsklage erhebt.

Weitere Informationen zur Teilungsversteigerung allgemein finden Sie unter www.teilungsversteigerung.net.

Viele Grüße

Ihr Klaus Dreyer

4 Gedanken zu „Die Teilungsversteigerung teilt nichts“

  1. Bei der Teilungsversteigerung wird davon ausgegangen, dass das Objekt, z. B. ein Einfamilienhaus, nicht aufgeteilt werden kann. Dabei wird völlig ignoriert, dass ein Teilverkauf möglich wäre. Ein Teilverkauf wäre in meinem Fall möglich gewesen, aber mein Bruder hat dies abgelehnt. Das Gericht hat dann die Teilungsversteigerung gegen meinen Willen durchgeführt, obwohl der Anteil meines Bruders durch einem Teilverkauf hätte ausbezahlt werden können.

    Es ist also unzutreffend, dass ein Einfamilienhaus a priori nicht aufgeteilt werden kann. Das interessiert aber das Gericht offenbar nicht und führt die Teilungsversteigerung durch, was zu einer Enteignung des Antraggegners führt.

    1. Sehr geehrter Herr Schwer,

      Bei der Teilungsversteigerung wird davon ausgegangen, dass das Objekt, z. B. ein Einfamilienhaus, nicht aufgeteilt werden kann. Dabei wird völlig ignoriert, dass ein Teilverkauf möglich wäre. Ein Teilverkauf wäre in meinem Fall möglich gewesen, aber mein Bruder hat dies abgelehnt.
      Sie meinen, Ihr Bruder hätte seinen Erbteil verkaufen sollen oder seinen Bruchteil? Aber wer hat denn schon ein Interesse daran, ein halbes Haus zu kaufen? Dabei hätte Ihr Bruder ja nur entweder gar keinen Erlös erzielen können oder erheblich weniger. Sie können doch nicht ernsthaft von Ihrem Bruder erwarten, dass er auf seinen Erlös verzichtet, nur weil Sie das so wünschen?

      Das Gericht hat dann die Teilungsversteigerung gegen meinen Willen durchgeführt,
      Das ist der Sinn einer Zwangsversteigerung, dass sie auch gegen den Willen eines Beteiligten durchgeführt wird.

      obwohl der Anteil meines Bruders durch einem Teilverkauf hätte ausbezahlt werden können.
      Wie gesagt mit erheblich weniger Erlös, was Ihrem Bruder nicht zuzumuten ist.

      Es ist also unzutreffend, dass ein Einfamilienhaus a priori nicht aufgeteilt werden kann.
      Doch, das ist zutreffend. Sie können nicht verlangen, dass weniger Erlös erzielt wird, nur weil Sie das so wünschen.

      Das interessiert aber das Gericht offenbar nicht und führt die Teilungsversteigerung durch, was zu einer Enteignung des Antraggegners führt.
      Nein, das führt nicht zu einer Enteignung. Das Haus stand ja gar nicht in Ihrem Eigentum, sondern im Eigentum einer Erbengemeinschaft (die es aufzulösen gilt) oder einer Bruchteilsgemeinschaft. Außerdem ist Ihr Vermögen nicht geschmälert worden, sondern nur in Geld umgesetzt worden.

      Viele Grüße
      Ihr Klaus Dreyer

  2. Wie können Sie dafür sorgen, daß ich
    bei einer Teilungsversteigerung meine
    Hälfte, auch ohne Zustimmung der alten
    Miteigentümerin, sofort bekomme?
    MfG C.Filz

    1. Sehr geehrte Frau Filz,

      Wie können Sie dafür sorgen, daß ich
      bei einer Teilungsversteigerung meine
      Hälfte, auch ohne Zustimmung der alten
      Miteigentümerin, sofort bekomme?
      Ich gehe davon aus, dass Sie die Hälfte des Barerlöses meinen. Das wird mithilfe Option 6 bewerkstelligt. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich es Ihnen erst dann mitteilen kann, wie die Option 6 im Einzelnen funktioniert, wenn Sie diese bei mir gebucht haben, ich also auch ein Honorar dafür bekomme. Bedenken Sie bitte, dass ich meine Brötchen damit verdiene.
      Ich kann Ihnen aber versichern, dass die Option 6 funktioniert.
      Viele Grüße
      Ihr Klaus Dreyer

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