Widerspruch gegen die Teilungsversteigerung

Widerspruch gegen die Teilungsversteigerung

Bei einem Erstkontakt höre ich sehr häufig, man habe einen Widerspruch gegen die Teilungsversteigerung eingelegt oder die Gegenseite habe einen Widerspruch gegen die Teilungsversteigerung eingelegt. Dann muss ich jedes Mal darauf aufmerksam machen, dass dies so nicht zutreffen kann. Einen Widerspruch gegen die Teilungsversteigerung gibt es nämlich als Rechtsmittel überhaupt nicht. Es ist also gar nicht möglich, einen Widerspruch gegen die Teilungsversteigerung einzulegen. Gemeint ist nämlich etwas ganz anderes. Das will ich nachfolgend erläutern.

Widerspruch gegen die Teilungsversteigerung – nicht möglich                                                                                                                                 

Eine Teilungsversteigerung ist eine Zwangsversteigerung. Die offizielle lange Bezeichnung lautet ja bekanntlich „Zwangsversteigerung zur Aufhebung der Gemeinschaft“. Eine solche Zwangsversteigerung findet also auch gegen den Willen eines Miteigentümers statt. Es ist ja sogar der Regelfall, dass der Antragsgegner die Teilungsversteigerung eigentlich lieber verhindern würde. Das geht aber nicht. Das geht auch nicht mit einem Widerspruch gegen die Teilungsversteigerung. Ein solcher Widerspruch ist nämlich nicht möglich. Es würde ja auch dem Sinn einer Zwangsversteigerung zuwiderlaufen.

Unser Gesetzgeber hat dem Recht, nicht in einer Gemeinschaft festgehalten zu werden, der man nicht mehr angehören möchte, einen sehr hohen Rang eingeräumt. Deshalb ist eben auf Antrag eines einzelnen Mitglieds der Gemeinschaft diese aufzulösen. Das Mittel dazu ist die Teilungsverssteigerung – zwangsweise.

Nicht Widerspruch gegen die Teilungsversteigerung, sondern Antrag auf einstweilige Einstellung

Möglich ist jedoch etwas ganz anderes. Das Teilungsversteigerungsverfahren lässt sich zwar nicht gänzlich vermeiden. Aber man kann unter gewissen Voraussetzungen einen zeitlichen Aufschub erreichen. Man kann nämlich einen Antrag auf einstweilige Einstellung des Verfahrens stellen. Wenn dieser Antrag erfolgreich ist – er ist es meistens leider nicht – dann wird das Verfahren für sechs Monate ruhend gestellt. Die sechs Monate können auf Antrag einmalig auch noch mal um weitere sechs Monate verlängert werden. Während dieser sechs Monate (bzw. zwölf Monate) nimmt das Verfahren also keinen Fortgang. Es pausiert sozusagen. Danach wird das Verfahren dann allerdings durchaus fortgesetzt. Es wurde also nicht etwa gänzlich aufgehoben, sondern nur einstweilen eingestellt.

Und genau dieser Antrag auf einstweilige Einstellung ist gemeint, wenn man mir sagt, man habe einen Widerspruch gegen die Teilungsversteigerung eingelegt. Mit dieser falschen Bezeichnung geht dann aber fast immer auch eine falsche gedankliche Vorstellung einher. Diese falsche Vorstellung führt dann auch dazu, dass die Anträge auf einstweilige Einstellung meistens abgewiesen werden. Wer an einen Widerspruch gegen die Teilungsversteigerung denkt, wird dann nämlich auch den Einstellungsantrag falsch begründen. Sein Gedanke ist: „Ich will die Teilungsversteigerung nicht“. Dann wird er also alle möglichen Gründe vorbringen, warum die Teilungsversteigerung nicht stattfinden solle.

Nicht die falschen Gründe für die Einstellung vorbringen

Mit dieser Begründung kann das Gericht jedoch gar nichts anfangen. Das Gericht kann ja nicht das Verfahren aufheben, nur weil einer der Beteiligten es gern so hätte. Denn das Gericht ist dazu verpflichtet, die Teilungsversteigerung durchzuführen. Gründe, die dafür sprächen, das Verfahren gar nicht durchzuführen, kann das Gericht also gar nicht beachten.

Das Gericht kann nur einen Aufschub gewähren in Form der einstweiligen Einstellung. Dafür können aber nur solche Gründe sprechen, die es sinnvoll erscheinen lassen, diesen Aufschub zu gewähren. Also müssen diese Gründe darauf abzielen, dass sich während des Aufschubs etwas an den Verhältnissen ändert. Es kann sich also nur um solche Gründe/Hindernisse handeln, die im Moment zwar bestehen, innerhalb von sechs Monaten aber behebbar sind.

Krasses Beispiel: Wenn jemand unheilbar krank ist, dann ist das kein Grund für einen Aufschub; denn er wird in sechs Monaten immer noch unheilbar krank sein. Der Aufschub macht also keinen Sinn, weil dadurch nichts gewonnen wird. Ein Grund könnte es aber sein, wenn jemand zwar jetzt schwer krank ist, in sechs Monaten aber voraussichtlich geheilt sein wird.

Bitte sprechen Sie also nicht von einem Widerspruch gegen die Teilungsversteigerung, wenn Sie eigentlich den Antrag auf einstweilige Einstellung meinen.

Weitere eingehende Informationen zum Verfahren der Teilungsversteigerung finden Sie unter www.teilungsversteigerung.net.

Viele Grüße

Ihr Klaus Dreyer

 

 

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