Bei der Teilungsversteigerung ein Schnäppchen machen?

Bei der Teilungsversteigerung ein Schnäppchen machen?

Kann man bei der Teilungsversteigerung ein Schnäppchen machen? Also bekommt man das Haus unter Wert?

Bei der Teilungsversteigerung ein Schnäppchen machen – Haus geht unter Wert weg?

Immer wieder höre ich, es wäre doch besser, das Haus freihändig zu verkaufen, als es in die Versteigerung zu geben. Bei der Versteigerung mache man doch einen Verlust. Ist das so? Kann man also bei der Teilungsversteigerung ein Schnäppchen machen, es also unter Wert ersteigern?

Bei der Teilungsversteigerung ein Schnäppchen machen – Eurokrise

Diese Vorstellung, dass man bei der Teilungsversteigerung ein Schnäppchen machen könne, spukt noch immer in den Köpfen der Menschen herum. Das war ja auch mal so. Inzwischen ist diese Vorstellung aber völlig überholt. Denn seit wir die Eurokrise haben (also seit mehr als zehn Jahren), hat sich das völlig gewandelt. Die Leute, die Euros haben, wollen sie loswerden. Denn man weiß ja nicht, was aus dieser Fehlkonstruktion namens „Euro“ noch mal wird. Deshalb ist es doch besser, in Sachwerte zu investieren, also „Betongold“.

Die Eurokrise ist ja keineswegs behoben, sondern sie ist nur mit viel Geld (unserem Geld) zugeschüttet worden, auf dass wir sie nicht mehr so deutlich sehen sollen. Auch möchte man uns weismachen, dass Coronakrise und Klimakrise (falls eine solche überhaupt existiert) ja viel gravierender und wichtiger wären.

Bei der Teilungsversteigerung ein Schnäppchen machen – Negativzinsen

Außerdem hat Mario Draghi ja bekanntlich die Zinsen auf unter Null gedrückt, um das Geld der Sparer zu verfrühstücken, und Christine Lagarde tut es ihm nach. Also können sich die Bietinteressenten Geld für nichts leihen, und tun das natürlich auch.

Bei der Teilungsversteigerung ein Schnäppchen machen – hohe Gebote

Aus all diesen Gründen bieten die Leute in der Regel auf Teufel komm raus. Daher wird der vom Gutachter geschätzte Verkehrswert meistens weit überboten. Besonders in Ballungsgebieten (Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Karlsruhe, Stuttgart, München) erlebe ich es, dass bis zu 40% mehr als der Verkehrswert geboten wird. In Berlin und München habe ich sogar schon Gebote von 50% über dem Verkehrswert gesehen. Aber auch anderswo sind 20% über dem Verkehrswert durchaus zu erwarten. Es ist also nicht zu erwarten, das man bei der Teilungsversteigerung ein Schnäppchen machen könne.

Bei der Teilungsversteigerung ein Schnäppchen machen – Inflation

Auch die Coronakrise hat dem Bietverhalten keinen Abbruch getan. Denn die Regierungen der EU wollen ja 750 Milliarden € ausgeben, die sie gar nicht haben. Dieses Geld wird also schlicht per Druckerpresse erzeugt. Dadurch wird also die Geldmenge ausgeweitet. Aber die Menge der Waren und Dienstleistungen, die man sich für dieses Geld kaufen kann, hat sich ja keineswegs vermehrt, eher im Gegenteil. Also wird man sich für den einzelnen Euro weniger kaufen können. Das nennt man Inflation. Bei einer Inflation ist es immer günstig, sein Geld lieber in Sachwerte zu tauschen. Die Inflation bedeutet ja wiederum einen Zugriff auf das Geldvermögen der Sparer.

Bei der Teilungsversteigerung ein Schnäppchen machen – was ist schon Geld?

Geld – ein Geldschein – ist ja doch letztlich nichts anderes als ein schön bunt bedrucktes Stück Papier. Es hat einen Wert nur deswegen, weil jeder daran glaubt, dass es so wäre. Und er daran glaubt, dass auch der nächste bereit sein werde, ihm im Tausch für dieses Stück Papier eine wirklichen Wert auszuhändigen. Früher hatte sich noch der Staat dafür verbürgt, im Tausch gegen diesen Geldschein eine entsprechende Menge Goldes herzugeben – der sogenannte Goldstandard. (Zum Golde drängt, am Golde hängt doch alles – Goethe, Faust). Seit der Konferenz von Bretton Woods 1944 wurde der Goldstandard aber aufgegeben. Seither gibt es für das Geld keinerlei Deckungszusage mehr. Das ermöglicht es den Staaten, beliebig Schulden machen zu können, ohne sie jemals zurückzahlen zu müssen.

Die Quintessenz ist also: Nein, man wird nicht bei der Teilungsversteigerung ein Schnäppchen machen können. Auch wird bei der Teilungsversteigerung das Haus kaum unter Wert weggehen. Vielmehr kann man erwarten, bei der Teilungsversteigerung eher einen höheren Erlös zu erzielen als bei einem freihändigen Verkauf. Denn die Leute bieten in der Hitze des Gefechts bei der Teilungsversteigerung im Zweifel eher mehr, als sie dies bei nüchterner Überlegung tun würden.

Allgemeine Informationen zur Teilungsversteigerung finden Sie unter www.teilungsversteigerung.net.

Viele Grüße

Ihr Klaus Dreyer

 

 

2 Gedanken zu „Bei der Teilungsversteigerung ein Schnäppchen machen?“

  1. Hallo Herr Dreyer,

    ist diese Information überholt? Wir haben seit fast 2 Jahren fallende Immobilienpreise. Zwar sind die Mieten konstant, die Verkaufspreise sind bei uns in Franken aber 20% gefallen. Die Zinsen sind ja auch gestiegen und die Inflation hält die Menschen zurück, Geld auszugeben. Wie beurteilen Sie die heutige Lage?

    1. Hallo Sylke,
      Sie haben Recht, der Artikel ist ja schon etwas älter. Inzwischen hat sich die Lage grundlegend gewandelt. Es wird erheblich weniger geboten, aber auch auf dem freien Markt sind die Preise ja stark gefallen. Seit Herr Habeck unsere Wirtschaft zerstört und wir die unfähigste Regierung der letzten 150 Jahre erleben dürfen, haben die Menschen natürlich andere Sorgen als sich Immobilien anzuschaffen. Die Zinsen steigen, das Geld sitzt nicht mehr so locker. Die Menschen haben Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, wenn ihr Arbeitgeber bei den horrenden Energiepreisen nicht mehr konkurrenzfähig produzieren kann – genau das, was die Amerikaner mit der Sprengung von Nordstream 2 bezweckt haben. Derweil werden die Kernkraftwerke abgeschaltet und der Strom aus der Ukraine importiert. Es werden Elektroautos propagiert, bei denen niemand weiß, woher der Strom kommen soll und wie wir die bezahlen können. Es werden Wärmepumpen vorgeschrieben, die auch Strom brauchen, den wir nicht haben. All das erzeugt natürlich ein Klima der Zukunftsangst, was der Investitionsbereitschaft nicht gerade förderlich ist.

      Viele Grüße
      Ihr Klaus Dreyer

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