Gesamtschuldnerausgleich bei der Teilungsversteigerung

Der Gesamtschuldnerausgleich bei der Teilungsversteigerung spielt bei der folgenden Konstellation eine Rolle: Zwei oder mehr Partner sind gemeinsam Eigentümer eines Hauses. Sie bilden also eine Eigentümergemeinschaft. Jetzt will einer der Miteigentümer die Gemeinschaft auflösen. Er hat die Teilungsversteigerung beantragt oder hat vor, es zu tun. Meistens ist dann einer der Partner bereits ausgezogen. Der andere bewohnt also das Haus allein. Bei einem Telefonat wird mir dann oft berichtet, der noch wohnende Partner bezahle auch alle Kosten und Lasten des Hauses. Dafür wohne er ja dort. So hat man sich geeinigt. Oder man hat es stillschweigend so praktiziert. Das hört sich ja auch ganz logisch an. Trotzdem ist es so nicht ganz richtig.

Weitergehende Informationen zur Teiungsversteigerung finden Sie unter www.teilungsversteigerung.net.

Gesetzliche Regelung

Selbstverständlich kann man sich auf alles einigen. Und wenn man sich einig ist, dann ist immer alles in Ordnung. Aber gemeint ist es vom Gesetz her eigentlich anders. Für die Eigentümergemeinschaft gilt ja das Recht der Gemeinschaft. Und gemäß § 743 BGB kann jeder der Teilhaber einen seinem Anteil entsprechenden Teil der Früchte beanspruchen. Außerdem ist er zur Nutzung des gemeinschaftlichen Gegenstandes berechtigt. Im Gegenzug ist gemäß § 748 BGB jeder der Teilhaber verpflichtet, die anteilmäßigen Kosten und Lasten zu tragen.

Die Kosten und Lasten können z.B. die Zins- und Tilgungsleistungen eines Darlehens sein, die Grundsteuer, Hausversicherungen sowie Anliegergebühren der Gemeinde. Diese Kosten und Lasten sind also von allen Partnern zu zahlen, und nicht allein von demjenigen, der das Haus bewohnt.

Nutzungsentschädigung

Demgegenüber hat der wohnende Partner natürlich den Vorteil, dort unentgeltlich zu wohnen. Dieser Vorteil könnte ausgleichspflichtig sein. Das wäre dann die Nutzungsentschädigung bei der Teilungsversteigerung (siehe dort). Eine Nutzungsentschädigung bei der Teilungsversteigerung fällt jedoch nur dann an, wenn aufgrund der Nutzung durch den einen Partner eine gleichzeitige Nutzung durch den anderen Partner unmöglich geworden ist. Das ist also nur dann, wenn dem anderen die eigene Nutzung verwehrt ist, nicht jedoch bereits dann, wenn er aus freien Stücken nicht nutzen will.

Gesamtschuldnerausgleich bei der Teilungsversteigerung

Für die genannten Kosten und Lasten sind die Partner also gesamtschuldnerisch haftbar. Das bedeutet, jeder der Partner ist für sich genommen verpflichtet, den vollen Betrag zu zahlen. Wenn er dann mehr bezahlt haben sollte, als es seinem Anteil entspricht, dann ist der andere Partner im Innenverhältnis ihm gegenüber ausgleichspflichtig. Und diesen Anspruch auf Ausgleich der zu viel bezahlten Kosten nennt man den Anspruch auf Gesamtschuldnerausgleich bei der Teilungsversteigerung.

Das bedeutet also im Ergebnis: Wenn der eine Partner wohnt und sämtliche Kosten trägt, dann hat er gegenüber dem anderen den Anspruch auf Gesamtschuldnerausgleich bei der Teilungsversteigerung. Er kann also von dem anderen die Hälfte aller Aufwendungen ersetzt verlangen. Der andere nicht wohnende Partner könnte vielleicht demgegenüber die Nutzungsentschädigung bei der Teilungsversteigerung geltend machen. Dies allerdings nur dann, wenn ihm die eigene Nutzung verwehrt ist.

Gesamtschuldnerausgleich gegen Nutzungsentschädigung

Gesamtschuldnerausgleich bei der Teilungsversteigerung und Nutzungsentschädigung (sofern diese denn anfällt) könnten sich zwar gegenseitig mehr oder weniger aufheben. Das muss jedoch nicht zwangsläufig so sein. Vielmehr ist das ein Rechenexempel. Diese Rechnung sollte man deshalb auch durchaus mal anstellen. Denn es könnte ja sein, dass es doch günstiger ist, den Gesamtschuldnerausgleich bei der Teilungsversteigerung zu verlangen.

Gesamtschuldnerausgleich bei der Teilungsversteigerung einklagen

Wenn man den Gesamtschuldnerausgleich bei der Teilungsversteigerung verlangen kann, der andere jedoch nicht in der Lage ist, diesen zu leisten, dann ist es trotzdem sinnvoll, diesen einzuklagen. Dadurch erhält man ja einen vollstreckbaren Titel. Diesen Titel könnte man dann in der Weise vollstrecken, dass man den Aufhebungsanspruch des anderen pfändet. Der Aufhebungsanspruch ist das Recht, aus dem heraus eine Teilungsversteigerung betrieben werden kann. Wenn Sie dem anderen dieses Recht pfänden, dann haben Sie es ihm damit genommen. Dann kann er also keine Teilungsversteigerung mehr betreiben.

Selbst wenn Sie dann trotzdem eine Teilungsversteigerung betreiben, dann haben Sie das Verfahren voll in Ihrer Hand. Dies, weil Sie dann gleichzeitig Ihre Rechte wie auch die Rechte der Gegenseite wahrnehmen können.

Der Anspruch auf Gesamtschuldnerausgleich bei der Teilungsversteigerung kann also im Rahmen eines Teilungsversteigerungsverfahrens sehr wichtig und sehr vorteilhaft für Sie sein.

Viele Grüße

Ihr Klaus Dreyer

 

 

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