Mindestgebot bei der Teilungsversteigerung

Mindestgebot bei der Teilungsversteigerung

Oftmals wird an mich die Frage herangetragen, wie hoch denn das Mindestgebot bei der Teilungsversteigerung wäre – also in einem konkreten Fall. Dann muss ich erst mal zurückfragen, was denn der Fragesteller mit dem „Mindestgebot bei der Teilungsversteigerung“ überhaupt meint. Den Begriff gibt es nämlich im Gesetz nicht.

Das Mindestgebot bei der Teilungsversteigerung – gibt es nicht

Es könnte gemeint sein:

  1. Was muss ich mindestens bieten, damit mein Gebot zulässig ist? Damit das Gericht es also nicht zurückweist?
  2. Oder was muss ich mindestens bieten, damit ich auf mein Gebot einen Zuschlag erhalten kann?

Das Mindestgebot bei der Teilungsversteigerung meint nicht das geringste Gebot

Das sind zwei ganz unterschiedliche Fragen. Die Frage 1 meint nämlich das „geringste Gebot“. Bitte sehen Sie dazu auch unter https://www.teilungsversteigerung24.de/das-geringste-gebot-bei-der-teilungsversteigerung/

Das geringste Gebot soll nur sicherstellen, dass alle vorrangigen Rechte gewahrt bleiben. Das geringste Gebot erfüllt also den Deckungsgrundsatz. Gebote, welche mindestens das geringste Gebot erreichen, sind zulässig. Diese Gebote werden also vom Gericht akzeptiert.

Das Mindestgebot bei der Teilungsversteigerung meint auch nicht die 5/10-Grenze oder 7/10-Grenze

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass auf ein solches Gebot auch ein Zuschlag erteilt werden kann. Dazu gibt es ja noch zwei weitere Grenzen, welche zu beachten sind. Das sind die 5/10-Grenze und die 7/10-Grenze. Auf diese Grenzen bezieht sich die Frage 2.

Das Gericht darf einen Zuschlag – im 1. Termin – nur dann erteilen, wenn das Meistgebot mindestens 5/10 (also die Hälfte) des Verkehrswerts erreicht. (Ich kann unter bestimmten Voraussetzungen für Sie erreichen, dass Sie den Zuschlag auch zu einem niedrigeren Gebot erhalten. Sehen Sie dazu bitte http://teilungsversteigerung.net/zuschlag-unter-50/). In weiteren Terminen fällt dann diese 5/10-Grenze. Dies allerdings nur, wenn in dem vorigen Termin ein Gebot abgegeben wurde, welches die Grenze nicht erreichte.

Wird die 7/10-Grenze nicht erreicht, so kann ein Berechtigter unter bestimmten Voraussetzungen die Versagung des Zuschlags verlangen. Das geschieht also nicht von Amts wegen. In der Teilungsversteigerung hat jedoch normalerweise niemand das Recht, die 7/10-Grenze zu verlangen. Ich kann Ihnen aber dieses Recht verschaffen. Sehen Sie dazu bitte http://teilungsversteigerung.net/erloes-groesser-70-erzwingen/.

Das Mindestgebot bei der Teilungsversteigerung gibt es also gar nicht

 Es gibt also ein „geringstes Gebot“, eine 5/10-Grenze und eine 7/10-Grenze. Es gibt aber kein „Mindestgebot bei der Teilungsversteigerung“. Wir müssen also begrifflich ganz exakt bleiben – wie das bei Juristen so üblich ist. Deshalb fragen Sie mich also bitte nie nach dem „Mindestgebot in der Teilungsversteigerung“. Das gibt es nämlich nicht.

Weitere Informationen zur Teilungsversteigerung finden Sie unter www.teilungsversteigerung.net.

Viele Grüße

Ihr Klaus Dreyer

 

2 Gedanken zu „Mindestgebot bei der Teilungsversteigerung“

  1. …auf diese Thread machen wir doch `mal eine „witzige“ Berechnung:
    – Immobilie wird vom Antragsteller zur Teilungsversteigerung angemeldet/beantragt.
    – die Immobilie ist noch relativ neu. Abtragungen haben kaum stattgefunden.
    – die Immobilie wird, nach ausführlichem Einspruch / herummäkeln des Antragsgegners (incl. das dieser den Gutachter auch nicht reingelassen hat) an dem vom Gutachter für`s Gericht erstellten Gutachten auf 172.000,-€ geschätzt.
    – Im Grundbuch ist eine Grundschuld an die finanzierende Bank von 185.000,-€ eingetragen.
    – Die Grundschuld valutiert noch. Bestehende Restschuld: ca. 169.000,-€. Grundschuld incl. Zinsen: 212.750,-€
    – sollten jetzt nicht die Tricks von Herr Dreyer angewendet werden, besteht das „Mindestgebot“ = DAS GERINGSTE GEBOT aus: bestehender Grundschuld (185.000,-) + Verfahrenskosten (ca 3.000,-)

    Fazit:
    – wer wird auf ein Haus von 172.000,-€ (amtlich festgestelltem Immobilienwert) bieten – welches er nicht besichtigen kann – wenn das Mindestgebot schon 188.000,-€ betragen würde !?
    – eine 5/10 oder 7/10-Grenze gibt es hier nur theoretisch, können aber, auf Grund der bestehenden Grundschuld, nicht angewendet werden.

    1. Hallo Bär,

      diese Berechnung ist noch nicht einmal so witzig. Das ist ja ein durchaus realistisches Beispiel. Es zeigt ein Problem auf, welches es bei dem Verfahren der Teilungsversteigerung durchaus gibt. Wenn wegen hoher Grundschulden das geringste Gebot höher wird als der Verkehrswert, dann kann es durchaus sein, dass eine Teilungsversteigerung erfolglos bleibt, also außer Kosten nichts bewirkt. Deshalb ist es ja so wichtig, dass man sich von Anfang an über die voraussichtliche Höhe des geringsten Gebots Klarheit verschafft. Das geringste Gebot ist eine der wichtigsten Randbedingungen bei der Teilungsversteigerung.

      Viele Grüße
      Ihr Klaus Dreyer

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